Zwei Zeitungsartikel

Habe heute Morgen den Bayern-Teil der Süddeutschen Zeitung gelesen und bin dabei gleich auf ganze zwei Artikel über die Bahn gekommen. Ein Bericht und ein Leserbrief, aber ich möchte beide mal hier abtippen.

ICE in Augsburg aufs falsche Gleis geleitet

Augsburg – Wegen einer falsch gestellten Weiche ist zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten ein ICE-Zug der Deutschen Bahn (DB) in Bayern auf Abwege geraten. Nach einem fahrplanmäßigen Halt in Augsburg sei der ICE auf die Strecke Richtung Ulm geleitet worden, obwohl er nach Nürnberg fahren sollte, bestätigte eine Bahnsprecherin am Freitagabend einen entsprechenden Bericht der Nürnberger Zeitung. Über Bordlautsprecher habe sich der Lokführer damit entschuldigt, der Fahrdienstleiter in Augsburg habe den Zug versehentlich aufs falsche Gleis geleitet. Eine Hilfslok musste den gestoppten Zug in den Hauptbahnhof zurückschleppen. Von dort aus habe er dann seine Fahrt auf dem vorgesehenen Kurs fortgesetzt. dpa

Meine Meinung: Tja, kann mal passieren :D Lustig ist damit, dass der ICE nicht aus eigener Kraft zurückgezogen wurde. Liegt aber, wie ich schätze daran, dass sonst eben ein Führerstandwechsel stattfinden hätte müssen, was wohl die ganzen Reservierungen und alles durcheinander gebracht hätte. Ich weiß es nicht, könnte es mir aber vorstellen. Lustig ist das allemal :D

 

Aus der Bahn

Pendlererlebnisse zwischen Augsburg und München

Wenn der Bahnvorstand in Berlin noch ein Fünkchen Ehre in sich hat, dann müsste er den Zugbegleitern, die derzeit in den Zügen zwischen Augsburg und München unterwegs sind, eigentlich Schmerzensgeld bezahlen. Denn diese Bediensteten bekommen im Augenblick den geballten Zorn der Fahrgäste für unhaltbare Verspätungen, ungenügende Transportleistungen und eine chaotische Informationspolitik ab. Und das gilt insbesondere in den Morgen- und Abendstunden, wenn einige tausend Berufspendler zwischen beiden Städten unterwegs sind. So auch am Donnerstagabend im Regionalexpress 10 882, der laut Fahrplan um 18.58 Uhr den Münchner Hauptbahnhof verlassen sollte.
Um 19.07 Uhr rollt der Zug allmählich an und mit ihm auch die Wut der bis dato ohne Information gebliebenen Fahrgäste. Im Wagen der ersten Klasse wurden sie des Zugbegleiters habhaft, den sie mit Fragen nach dem Erreichen der Anschlusszüge in Augsburg bestürmen. Mit Schweißtropfen auf der Stirn klemmt sich der Bahnbedienstete  das Handy ans Ohr: “Ich versuche jetzt die Transportleitung zu erreichen und kläre das ab.” Viele Augen und Ohren bekommen mit, wie der Mann offensichtlich Schwierigkeiten hat, mit der richtigen Stelle verbunden zu werden. Als er endlich durchgestellt wird, sagt er trocken: “Können Sie sicherstellen, dass die Anschlusszüge für den RE 10 882 in Augsburg alle erreicht werden? Die Leute hier ziehen mir gleich einen über den Scheitel.” Die Antwort scheint ein kategorisches Nein gewesen zu sein, weshalb das Gesicht des Zugbegleiters immer länger wird. “Die Anschlüsse können nicht gehalten werden, es tut mir leid”, sagt er dann. Die betroffenen Fahrgäste haben freilich ein Verständnis. “Das ist ein Sauladen”, schäumt einer, “seit Wochen funktioniert hier überhaupt nichts mehr.” Die Reaktionen sind so, dass man schon fast um die körperliche Unversehrtheit des Bahnbediensteten besorgt sein muss. 20.07 Uhr läuft der Zug in Augsburg ein, nicht ohne vorher noch bei einem längeren Stopp am Haltepunkt Haunstetter Straße von einem ICE überholt zu werden. Aufgelaufene Verspätung: 19 Minuten.

Meine Meinung: Das lustige: Ich saß in exakt dem Zug, der dort beschrieben wird und kann nur bestätigen, was da gesagt wird, auch wenn ich seit Wochen keinen Zugbegleiter mehr vorbeigehen hab sehen. Kann auch daran liegen, dass der bis zu meiner Haltestelle gar nicht erst von hinten nach vorne durch den Zug vordringen kann, wohl aufgrund solcher Fahrgäste, wobei ich diese auch verstehen kann.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 13 von Samstag/Sonntag, 17./18. Januar 2009, Seite 45 & 47

 

Greetz,

Wozzap

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