“Nummer statt Schlange” im DB Reisezentrum

mdb58727-titel_224x168Gestern eine Ausgabe von “mobil” bekommen und mal durchgelesen und dabei einen interessanten Artikel entdeckt. Ich tippe ihn einfach mal ab, ist wirklich interessant, sollte man lesen ;)

Von den Briten unterscheiden sich die Deutschen unter anderem dadurch, dass sie nicht sonderlich gerne Schlange stehen. Um das Warten vor den Fahrkartenschaltern angenehmer und entspannter zu machen, installiert die Bahn in großen Reisezentren seit Anfang Januar sogenannte Aufrufsysteme. “Einfach gesagt: Unsere Fahrgäste ziehen einen Zettel mit einer Nummer und werden über ein großes Display darüber informiert, wann welcher Schalter für sie frei wird”, sagt der DB-Vertriebschef Jürgen Büchy. “Wir haben das System in Ingolstadt getestet und stießen bei unseren Kunden auf durchweg positive Resonanz.”
Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Bayern weitet die Deutsche Bahn das Projekt Nummer statt Schlange jetzt auf bundesweit insgesamt 34 Reisezentren mit hoher Kundenfrequenz aus. Bis Ende März soll die Umstellung abgeschlossen sein. Das neue Aufrufsystem erfordert allerings bestimmte räumliche Voraussetzungen, weshalb es nicht in allen großen Reisezentren installiert werden kann.
mobil-1Die Vorteile für Fahrgäste liegen auf der Hand: Wer eine Nummer zieht, muss sich nicht mit dem Koffer in der Hand oder dem Kind auf dem Arm vor dem Schalter anstellen, sondern kann die Zeit bis zum Aufruf seiner Nummer künftig produktiver und bequemer nutzen. In den Reisezentren werden darum zusätzliche Sitzgelegenheiten eingebaut. Oder man nutzt die Wartezeit, um sich noch eine Zeitung oder den Proviant für die Reise zu besorgen.
“Unsere Kunden sollen ihre Bahnreise ohne Stress beginnen können. Der Ticketkauf ohne Warteschlange spielt dabei eine wichtige Rolle”, sagt Büchy. Weiterer positiver Effekt des Aufrufsystems: Durch die Steuerung per Computer lässt sich ermitteln, wie viele Minuten und Sekunden Kunden auf die persönliche Bedienung am Schalter warten. So können die DB Reisezentren den Einsatz ihrer Mitarbeiter besser planen und den Kundenbedürfnissen anpassen.
Diesem Ziel dient auch das neue Angebot für Bahnfahrer, die auf ausführliche Beratung Wert legen oder anspruchsvolle Reisepläne hegen. In allen DB Reisezentren sowie in den Mobility Centern der DB in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, München und Hamburg gibt es ab sofort die Beratung mit Termin. Wer mit einer Grupe auf Reisen geht, die Transsibirische Eisenbahn nach Wladiwostok nehmen möchte oder seinen Sommerurlaub mit dem Autozug plant, kann jetzt einen Termin vereinbaren, zu dem sich ein Reiseberater ausführlich Zeit für ihn nimmt.
mobil-2“Wir wollen jeden unserer Kunden so gut wie möglich bedienen. Das dauert normalerweise drei oder fünf Minuten, aber gelegentlich auch eine halbe Stunde”, sagt Büchy. “Die Beratung mit Termin kommt auf Reisende mit hohem Beratungsbedarf zugute und erspart anderen Fahrgästen längere Wartezeiten.” Einen Beratungstermin kann man persönlich oder durch eine in den Reisezentren erhältliche Postkarte mit dem Wunsch nach persönlicher Kontaktaufnahme vereinbaren.
Und schließlich gibt es in allen großen Reisezentren jetzt auch wieder einen separaten Schalter für Reisende, die es besonders eilig haben und ohen Reservierung und preisberatung so schnell wie möglich in den nächsten Zug einsteigen möhten. Darüber hinaus können sich Fahrgäste der 1. Klasse sowie bahn.comfort-Kunden der DB weiterhin direkt zu den für sie reservierten Schaltern begeben.

Quelle: mobil – Das Magazin der Deutschen Bahn – Nr. 02/2009 – Seite 47

Meine Meinung:

Im Großen und Ganzen finde ich schon, dass das System vorteilhaft ist, da es wirklich lästig ist, teilweise ewig lang in der Schlange stehen zu müssen, selbst, wenn man nur mal eben eine kurze Frage hat. Als ich z.B. mal wissen wollte, ob ich mit meiner Jugend BahnCard 25 wirklich auch 1. Klasse fahren kann, musste ich schon einiges warten. Nur um die Antwort “einfach angeben, es wäre eine BahnCard 25 First, das passt dann” zu bekommen. So kann man sich dann wirklich noch die Zeit anders vertreiben und sich gemütlich hinsetzen, anstatt stehen zu müssen.
Fraglich bleibt für mich allerdings, ob das in München hier auch umgesetzt wird. Ich war zwar bisher in keinem anderen Reisezentrum (nicht bewusst zumindest), weil ich es nicht brauchte, hatte meine Rückfahrkarte immer schon gleich wieder. Der springende Punkt dabei ist aber der Platzmangel. Denn so groß ist das Münchner Reisezentrum wirklich nicht (auch wenn es der gesamte Bahnhof an sich ist). Aber trotzdem wäre das eine kleine Erleichterung.
Allerdings muss ich doch irgendwie sagen, dass mir das Warten auf diese Weise dann aus Sicht der Bahn doch eher wie Massenabfertigung vorkommt. Sicher, was anderes ist es derzeit auch nicht. Wenn es mal sehr zu geht an den Schaltern, dann drücken die Mitarbeiter schon ein wenig auf die Tube und machen einen auf schnell, um alle Kunden bedienen zu können. Trotzdem ist das hier etwas anderes, wie ich finde. Aufwendiger ist es sowieso. “Kommt man sich ja fast wie auf dem Arbeitsamt vor”, so mein Vater. Womit er auch irgendwie Recht hat. Interessant dabei ist, dass auf dem Ticket, was die Frau auf dem Bild weiter oben hoch hält, ein A steht. “A” wie Arbeitsamt? :D

Mitbekommen, dass dieses System im Test ist, habe ich bisher nicht, muss ich zugeben, auch wenn ich desöfteren sogar in Ingolstadt war. Bin gespannt, wie sich das alles entwickelt.

Greetz,
Wozzap

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