Schweiz & Schwarzwaldbahn

Ein herzliches “Grias God!” an alle treuen und neuen Leser unseres Blogs. Nein, das ist keine optische Täuschung, es ist wirklich ein neuer Artikel! Über zwei Jahre liegt der Blog mittlerweile brach, keine Spur von Leben mehr – scheinbar. Am 12. Dezember 2010 ist der bisher letzte Artikel verfasst worden – Grund, das Elend hier endlich zu beenden und dem Blog wieder ein neues Leben einzuhauchen! Nachdem mein Partner Christian und ich beschlossen haben, mal wieder auf Tour zu gehen und mir auffiel, wieviele Besucher der Blog hier Tag für Tag noch hat, finden wir es einfach viel zu schade, das hier einfach sterben zu lassen. Zumal gestern ein Erlebnis der besonderen Art dazu kam.

Ich habe einen sympathischen Menschen kennengelernt und beim Blick auf dessen Smartphone festgestellt, dass ich das Hintergrundbild irgendwo schon einmal gesehen habe – und tatsächlich: es stellte sich heraus, dass es eines der hier veröffentlichten Wallpaper war und er selbst ein großer Fan des Blogs ist. Das berührt das Herz eines Bloggers ungemein, wenn man weiß, dass die Arbeit irgendwo wirklich Früchte getragen hat und jemand anderes vielleicht schon sehnsüchtig auf neue Artikel wartet. Nun, willkommen zurück! :-)

Aber um nun auf die Überschrift “Schweiz & Schwarzwaldbahn” zurück zu kommen: ja, uns hat es tatsächlich mal wieder einen ganzen Tag lang auf die Schiene bewegt. Los ging es in München am Sonntag, den 2. Dezember 2012 um 7 Uhr in der früh am Münchner Hbf: Treffpunkt Gleis 20.

Das Frühstück

Nachdem dann noch etwas Proviant für die Reise besorgt wurde, machten wir uns sofort auf zum EC 196 München – Zürich. Nachdem wir beide noch nicht gefrühstückt hatten, beschlossen wir, den Tag nun also im SBB Bordrestaurant bei einem gemütlichen “Frühstück auf Rädern” zu starten. Nachdem die Tücken des Schwizerdütsch (Link zur Wikipedia) bezügliches des Wortes “Gipfel” (was soviel bedeutet wie “Croissant”, das klärte sich dann im französischen Teil der Speisekarte :D) überwunden waren, entschieden wir uns alsdann beide für das Classique-Frühstück. Kellner begrüßt uns mit einem wunderbaren und klassischen “Grüezi God” (ich find das toll!) und nahm höflich unsere Bestellung auf. Ich kenne das Frühstück aus den ICE Bordrestaurants bestens, bin ich ein großer Fan davon. Aber was mir an diesem Morgen im EuroCity serviert wurde, stellte das alles in den Schatten. Ich bekam also einen Lavazza-Cappuccino vom Feinsten, Christian einen nachtschwarzen Café Creme, beide konnten wir noch wählen zwischen einem Multivitamin- oder Orangensaft. Wir haben uns beide für letzteres entschieden – er war richtig lecker! Im Brotkorb fanden wir dann also unsere beiden “Gipfel”, je zwei frisch getoastete Scheiben Toast und jede Menge unterschiedliche Brote. Dazu bekamen eine üppige Auswahl an Marmelade und Honig. Wohlgemerkt kam das alles in kleinen Gläschen – die Deutsche Bahn macht das total stillos in Plastikschälchen. Butter darf natürlich auch nicht fehlen, die war genauso dabei, wie noch ein Becher Joghurt (einer der Sorte Himbeere und einmal Waldbeeren) – ebenfalls wieder sehr köstlich und gar nicht mal wenig. Ein sehr üppiges Frühstück, das auch wirklich lange vorgehalten hat – für einen wirklich günstigen Preis von gerade einmal 11,50 Euro. Ich weiß nicht, wieso so viele immer meckern, dass Essen im Zug immer so teuer sei. Wenn man in der Stadt wo frühstücken geht zahlt man genau das Gleiche, wenn nicht sogar mehr, kommt natürlich auf den Laden an. Das Frühstück im SBB-Bordrestaurant war jedenfalls jeden Euro wert und das Personal äußerst freundlich und zuvorkommend (wobei das im Fernverkehr der Deutschen Bahn genauso ist, um die DB nicht nur schlecht dastehen zu lassen).

Die beiden Loks in Lindau Hbf

Weiter ging es dann also im normalen Wagen Richtung Lindau durch das wunderbar verschneite und traumhaft schöne Allgäu über Buchloe und Kempten bis nach Lindau am Bodensee. Dort angekommen ging es dann nach einer kurzen Verschnaufpause weiter mit einem InterRegioExpress nach Friedrichshafen, wo wir wiederum umsteigen mussten in eine Regionalbahn nach Radolfzell. Die Strecke am Boden entlang von Friedrichshafen über Überlingen nach Radolfzell ist und bleibt eine meiner Lieblingsstrecken – die ist einfach traumhaft schön am nördlichen Ufer des Bodensees.

Unser Ovomaltine-Einkauf :-D

In Radolfzell ankommen ging es dann mit einem FLIRT-Zug des Herstellers Stadler der SBB nach Konstanz. Dort kurz am Bahnhof umgesehen nahmen wir auch sofort den nächsten Zug nach Kreuzlingen (ein IRE der DB) in die Schweiz. Bevor es dann zurück ging, wollten wir aber noch einmal Schweizer Boden betreten und landeten im “Kiosk” am Bahnhof dort. Ich konnte der Versuchung dann einfach nicht widerstehen und musste mich mal wieder mit einem kleinen Vorrat Schokolade eindecken – denn Ovomaltine hab ich in Deutschland noch nicht gesehen. ;-)

Am Bodenseeufer entlang

Von Kreuzlingen aus ging es dann ohne weitere Umstiege komplett durch nach Karlsruhe, eben über die bekannte Schwarzwaldbahn. Dort lag der Jahreszeit entsprechend viel Schnee und die Strecke war wunderschön anzuschauen, ein wunderschönes Erlebnis, dass es unbedingt im Sommer noch einmal zu wiederholen gilt! Die Fahrt dauert zwar über drei Stunden, ist aber richtig schön gewesen und verging auch sehr schnell. Um den Fahrtverlauf einmal grob zu erläutern: von Kreuzlingen ging es einmal um die Kurve nach Konstanz (zurück also in die EU), von dort über Radolfzell/Singen an Tuttlingen vorbei nach Donaueschingen, weiter Richtung Norden über Villingen durch den Schwarzwald nach Offenburg und weiter über Rastatt nach Karlsruhe. In Karlsruhe angekommen haben uns paar Minuten später in den IC 1269 Karlsruhe – Salzburg gehockt und 10 Minuten später in Bruchsal trennten sich dann unsere Wege: meine Wenigkeit ist weitergefahren zur besseren Hälfte und Christian hat die Heimreise nach München damit angetreten. So ging dann ein sehr interessanter und lustiger Tag vorbei. Wer in München wohnt und diese Tour ebenfalls noch machen möchte, dem können wir das nur ans Herz legen – vorausgesetzt natürlich eine Fahrkarte, wie z.B. eine BahnCard 100, ansonsten wird es wohl recht teuer ;-) Wer den genauen Verlauf mit Zugnummern wissen möchte, kann sich gerne bei uns melden.

Viele Grüße und danke fürs Lesen,
Benedikt und Christian

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