GVSV – Gute Verspätung, schlechte Verspätung

Tjaja, so kann es einem den wunderschön geplanten Fahrplan nach Hause verhageln… Musste ja so kommen.

Aber einmal ganz von vorne: ich befinde mich auch aktuell noch auf dem Heimweg von meinem lieben Freund aus dem Landkreis Heilbronn und habe mich heute schon über eine Verspätung geärgert und eine sogar gefreut.

Los ging die Reise mit der AVG, der Zweisystem-Stadtbahn von Karlsruhe, nach Heilbronn Hbf. Ich hatte zum einen schon Schwierigkeiten vor der Fahrt, da ich es nicht hinbekommen habe per Handy-App (DB Navigator + DB Tickets) meine Fahrkarte(n) zu kaufen. Zumindest wegen der Identifizierungskarte. Da stand noch meine alte BahnCard, die ich aber gar nicht mehr besitze. Das muss man unter “Meine Bahn” im Browser ändern, wie sich dann herausstellte. Also alternativer Ticketkauf am Automaten im Fahrzeug nach Heilbronn. Dort bekommt man immerhin auch noch einen pauschalen Rabatt mit einer BahnCard. Während der Fahrt noch ein Online-Ticket am Handy gekauft für die Strecke Heilbronn-Stuttgart. In Heilbronn hab ich dann, nachdem ich doch mehr Zeit, wie ich gedacht hatte, noch am Automaten ein Ticket für meinen Zug nach München gekauft.

Geplant war es, ab Stuttgart mit dem ICE 613 zu fahren bis Pasing und dort in meine S-Bahn heimwärts umzusteigen. Was seh ich denn da am Automaten bei der Verbindungsauswahl? Ein verspäteter IC? Ja, perfekt, ist günstiger (3 Euro sind 3 Euro! :-D ) und ich bin zügiger unterwegs. Gedacht, gekauft – für den Notfall hätte ich ja einfach den Aufpreis für den ICE an Bord lösen können, kann ja eh nur noch mit Normalpreisen fahren. Der IC hat seine Verspätung bereits in Ulm schon längst wieder rausgefahren und wir waren wieder pünktlich. Aus eigener Erfahrung weiß ich sogar, dass die Fahrzeiten zwischen Ulm und Augsburg sehr entspannt sind und so kam es auch, dass wir überpünktlich in Augsburg ankamen: planmäßig um 21:40. Doof, um 21:39 geht dort mein RE nach Hause, mit dem ginge alles noch viel viel schneller. Also in Augsburg rausgehüpft, gesprintet zum anderen Bahnsteig – und dem Zug bei der Ausfahrt zugesehen. Mist.

Aber, ich hatte doch eh geplant, mit dem ICE 10 Minuten dahinter zu fahren. Also denk ich mir, warte ich einfach auf den und fahre, wie bereits angedacht. Ich höre eine Durchsage:

Produktivität :-P

Produktivität :-P


“Meine Damen und Herren am Gleis 4, bitte beachten Sie: ICE 613 nach München Hbf wird voraussichtlich 40 Minuten später eintreffen. Der Grund dafür sind Personen im Gleis im Raum Stuttgart.”

Oh yeah, das hat gerade noch gefehlt. Naja, dann wird eben mit einem anderen ICE gefahren, statt 21:55 also nun Abfahrt um 22:12. Dumm nur, dass ich jetzt wegen vier Minuten meine S-Bahn in Pasing nicht mehr erwische. Tja, das ist die Rache für einen ehemals intelligent ausgedachten Fahrplan, um die Fahrplanauskunft der DB zu überlisten.
Und so kommt es, dass ich also nun hier im ICE sitze, die Zeit bei einem frisch gebrühten leckeren Dallmayr-Kaffee im Bordrestaurant am Laptop damit verbringe, diesen Artikel zu schreiben. Jetzt kann ich immerhin doch noch mit einem RE ab München fahren, das geht am schnellsten und ich bin auch nur immerhin 20 Minuten später daheim, wie ursprünglich angedacht.

Adios, amigos!
Benedikt

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