Mein Büro, der ICE

Ich muss immer wieder feststellen, dass sich zu viele Leute immer über die DB aufregen. Klar, es geht nicht alles perfekt. Gerade, wenn der Winter sich mal wieder von seiner unschuldigen Seite, dem Schnee, zeigt.

Ich war Montag wieder auf einen Sprung von meiner Heimat nähe Kassel nach München. Es fing mit nur zehn Minuten Verspätung an und endete dann bei 40 Minuten. Aber wenn man beschäftigt ist, vergeht die Zeit wie im Schlaf.

Was macht man auf über drei Stunden Fahrzeit so?

  • Manche schlafen. Ich gehöre auch öfters dazu. Leider muss ich zugeben, dass im ICE schlafen doch recht angenehm ist. Dieses leichte Rütteln, die Musik, die man dabei hört und irgendwie schafft man es doch die Bequemlichkeit in den Sitzen zu entdecken, auch wenn man dabei die Jacke ordentlich zerknittert. 
  • Manche unterhalten sich. In letzter Zeit gab es bei mir keine interessanten Gesprächspartner. Das kommt sicherlich demnächst wieder. Aber ich habe schon einige interessante Leute im Zug kennengelernt: Anwälte, Psychologen, Studenten, echt coole Unternehmer, auch mal engagierte Philanthropen und sogar eine Army Wife. Manchmal ist es auch interessant anderen zuzuhören. Oft hört man Mitfahrer über die DB lästern, aber komischerweise sieht man diese doch öfters Bahn fahren. So schlecht kann es dann wohl doch nicht sein. ;)
  • Manche arbeiten. Ich zähle hier auf jeden Fall dazu. Ich pack meinen Laptop oder mein Tablet aus und lege los. Auf einigen Strecken der DB gibt es WLAN. Auf der letzten Fahrt hatte ich allerdings einen ICE erwischt, der keinen HotSpot hatte und ich hatte keine Lust mein Handy als Modem zu benutzen. Also versucht man so gut es geht ohne Internet zu arbeiten, was auch tadellos geklappt hat, weil ich nichts recherchieren oder direkt klären musste. Was mir diesmal noch viel krasser aufgefallen war: Ich wurde nicht alle paar Minuten unterbrochen und falls man über was nachdenken muss, kann man einfach rausblicken und die Gedanken laufen lassen. So hat es auch geklappt, dass ich nicht gemerkt hab, wie schnell die Zeit trotz Verspätung verging.

Falls man unterwegs arbeiten will, sollte man immer beachten, dass das nicht immer so tadellos wie oben beschrieben funktioniert.

  • Manchmal gibt’s keine Steckdosen im Zug (IC und ICE 2 Old Design) oder die eine Steckdose ist bereits vom Sitznachbar belegt. Dafür gibt’s aber eine Lösung: Dreiersteckdosenleiste. Die habe ich immer dabei und sie hat sich schon längst bezahlt gemacht.
  • Internet-Konnektivität. Es gibt zwei Faktoren, die man beachten sollte:
    1. Kann der gewählte Zug einen HotSpot aufspannen? In der Regel fast alle ICE 3 (außer die ICE-International-Dinger) und einige ICE 1. ICE 2 Redesign werben zwar mit HotSpots, funktionieren aber noch nicht. Eine detailierte Liste haben Benutzer im ICE-Forum gepostet.
    2. Ist auf meiner Strecke WLAN ausgebaut? Auf einigen der Hauptachsen geht WLAN netzseitig im Zug. Das betrifft Essen – Düsseldorf/Dortmund – Köln – Frankfurt – Stuttgart – München, Hamburg – Hannover – Frankfurt sowie Mannheim – Karsruhe – Freiburg. Die DB hat hierfür einen hüpschen Flyer. Bis 2014 sollen alle Hauptachsen über WLAN verfügen. Ich bin gespannt!
  • Kein Sitzplatz. Mit einer bahn.comfort / bahn.bonus comfort hat man Recht auf einen der speziellen Sitzplätze. Leider kann es passieren, dass alle Plätze genau von den Karteninhabern belegt sind. Dann einfach mal ganz nett den Zugbegleiter ansprechen. Es kann auch vorkommen, dass man – falls Platz ist – in die erste Klasse darf.

Ich freu mich auf die nächste ICE-Fahrt. Entspannter Arbeiten geht im besten Fall nur noch auf der Couch.

Chris out.

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