Und plötzlich ist er pünktlich

Dienstag Abend, kurz vor 22 Uhr. Während andere Menschen langsam in ihre warmen Betten gehen, mache ich mich auf zur Nachtschicht nach München.

Draußen ist es kalt, also lieber mal erst nachsehen, ob mein Zug überhaupt pünktlich ist, bevor ich ewig am Bahnhof stehe in der Kälte. Siehe da, der Zug wird +9 Minuten in der Abfahrt in Augsburg Hbf angekündigt, kann mir also definitiv noch Zeit lassen, es eilt gar nichts. Packe also in aller Ruhe meine 7 Sachen (metaphorisch zumindest – in Wirklichkeit ist es ein Vielfaches davon in meinem Rucksack) und werfe noch einen weiteren Blick auf die Pünktlichkeit meines Zuges. Oh, was sehe ich denn da? Nur noch +6? Nicht schlecht, dann mache ich mich jetzt auf den Weg, bevor es zu knapp ist. Draußen vor der Tür noch ein Check: +3

Den lieben Kollegen Lokführer habe ich wohl unterschätzt, er weiß, die Verspätung aufzuholen. Musste mich angesichts des Trends und der nur noch geringen Verspätung tatsächlich etwas beeilen. Nächster Sicherheitscheck: +2 – verdammt, wie gibt es das denn? Als der nächste Abruf dann +1 zeigte, bin ich tatsächlich fast gerannt. Ein Lokführer, der rennt? Ja, das gibt es sogar ab und an! :-D

Gerade bin ich am Bahnhof in der Unterführung zum Gleis, schon höre ich, wie über mir der Zug einfährt und bremst. Jetzt aber zackig!

Das unfreiwillige Fitnessprogramm hat sich gelohnt und der Lokführer hat ab dem Tag meinen Respekt. Der kannte die Strecke und sein Fahrzeug bestens. Denn bereits bei der Abfahrt an meinem Heimatbahnhof war der absolut pünktlich unterwegs.

Und da behaupte einer, die Bahn könne im Winter nicht pünktlich fahren. Und es zeigt sich noch etwas: die Bahn ist immer für eine Überraschung gut ;-)

Viele Grüße,
Benedikt

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