Schaffner? Unbeachtet!

Warum gibt es eigentlich Schaffner?

Diese Frage kann eigentlich jeder behaupten, der zumindest einmal in seinem Leben mit der Eisenbahn gefahren ist. Natürlich ist für viele Leute dieser Herr oder diese Dame nur dafür da, um Fahrkarten zu kontrollieren und ggf. natürlich (aus deren Sicht) vollkommen unberechtigt eine Fahrpreisnacherhebung auszuschreiben.

Nein, ein Schaffner (oder eine Schaffnerin, ich mache das jetzt einfacher und definiere ab jetzt, dass mit dem Wort “Schaffner” auch die weibliche Form gemeint ist, der Diskriminierungsfreiheit wegen) ist viel mehr, macht einen harten Job und ich möchte seine Arbeit zugegeben nicht unbedingt gegen die meinige eintauschen.

Eine der Hauptaufgaben eines Schaffners ist neben den betrieblichen Aufgaben vor allem der Kundenservice. Und wie es bei der Deutschen Bahn Standard ist, wird am Beginn einer Zugfahrt eine Durchsage von ihm an seine Fahrgäste gemacht. So auch just vor einem kurzen Moment:

Meine Damen und Herren, im Namen der Deutschen Bahn heiße ich sie herzlich willkommen hier in der Regionalbahn 12824 von Pirmasens nach Kaiserslautern. Unser nächster fahrplanmäßiger Halt ist dann in Kürze Pirmasens Nord. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Fahrt!

Wunderbar, absolut vorbildlich. So erwartet man das als (selbstverständlich zahlender Kunde), freundlich begrüßt zu werden. Kurz darauf kam der nette Herr auch schon zur Fahrkartenkontrolle. Im Zug ist relativ wenig los, hinter mit sitzt noch eine Dame, nachdem wir Pirmasens Nord nun verlassen haben, merke ich, wie sie aufsteht und spricht mich an:

“Entschuldigung, ist das nicht der Zug nach Landau?”
Ich antwortete: “Nein, das ist der nach Kaiserslautern.”
“Aber da stand doch Landau dran, als ich eingestiegen bin?!”
“Also ich meine da Kaiserslautern gelesen zu haben?”
“In Pirmasens?”
“Ja, von da komme ich auch, das stand da dran und genau da möchte ich auch hin ;-)”

Tja, gute Frau, so Leid es mir auch tut, aber das ist Eigenverschulden. Erstens stand draußen am Anzeiger schon bei der Einfahrt im Pirmasenser Hbf “K’lautern Hbf” und zweitens hat es der Schaffner auch noch einmal gesagt.

Wie geht es eigentlich den Schaffnern damit? Man möchte doch glatt meinen, dass sie sich wertlos fühlen. Möchte mal wissen, wie es die Fahrgäste vor langer, langer Zeit geschafft haben, ganz ohne Durchsagen und Displays, den richtigen Zug zu nehmen und auch am richtigen Bahnhof auszusteigen.

Um zum Schluss noch Albert Einstein zu zitieren:

Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

In diesem Sinne: ich wünsche euch einen ruhigen Rest-Sonntag und verabschiede mich kurz vor Kaiserslautern Hbf aus der RB 12824.

Viele Grüße,
Benedikt

Hinterlasse eine Antwort