Einmal Rhein und wieder raus – äh heim

Auf den Tag genau vor 4 Monaten – da wurde der vorige Artikel geschrieben. Du meine Güte, ist das schon wieder lange her.

Was gibt es aus dieser Zwischenzeit zu berichten? Nunja, das Projekt “Retro-Fugger-Express” wurde von Regio Allgäu-Schwaben wieder beendet – seit neuestem aber (wohl eher unfreiwillig, aber zu meiner Freude :D) wieder aufgenommen worden. Heute Morgen (wie üblich am Wochenende) wurde mal wieder ein Umlauf statt mit einer doppelten 440-Garnitur mit einer Lok der Baureihe 111 und alten, bequemen n-Wagen gefahren. Ansonsten gibt es leider nicht viel nennenswertes. Ich war im Juli sehr viel im Osten der Bundesrepublik unterwegs und habe einen guten Einblick in den Wiederaufbau bekommen, wie dort die Bahninfrastruktur verfällt, wenn sie noch nicht restauriert oder saniert wurde. Das ist sehr traurig, aber was kann man dagegen schon unternehmen.

Heute allerdings (das mit den vier Monaten ist – Indianerehrenwort! – r(h)einer Zufall) war es dann mal wieder soweit, es ging auf eine spontane, größere Tour mit dem lieben Arno! (Zu seiner Person später mehr.)

Arno stand vor einem Problem: seine Kopfhörer gaben den Geist auf und – geplagte andere BC100-Besitzer und Vielfahrer im Allgemeinen wissen, wovon ich rede – so eine Fahrt von München ins Ruhrgebiet kann in der zweiten Klasse schon enorm an den Nerven zehren, wenn man nicht per Kopfhörer den Geist auf “Welt aus, Musik an” stellen kann. Erste Idee: 1. Klasse-Upgrade benutzen. Zweite Idee: mich fragen (dank Urlaub habe ich ja sogar Zeit), ob ich ihn begleiten würde, ggf. sogar in der ersten Klasse.

Nun, das mit der ersten Klasse war mir dann für so eine spontane Aktion doch zu teuer. Aus Solidarität bin ich also nach nur zwei Stunden Schlaf heute Morgen aufgestanden und habe mich auf den Weg in Richtung Bahnhof gemacht. Und schon ging die Fahrt los mit dem ICE 612 über Stuttgart und Frankfurt Richtung Köln (dort stieg ich aus) für ihn ins Ruhrgebiet. Sagen wir es einmal so, wir haben nichts gemeinsam unternommen, außer der Zugfahrt selbst. Er… hätte mich auch bestimmt (noch) nicht dabei haben wollen – was ich bestens nachvollziehen kann.

Ich hatte also selbst im Zug noch keine Ahnung, was ich mit diesem Tag anfangen sollte. Es zerschlug mir so einige Pläne, bestimmte Strecken abzufahren (ihr kennt ja mein Projekt. Nein? Was? Dann aber mal schleunigst unter “Wir über uns” nachlesen! :D). Irgendwann müssen wir ja auch wieder Heim fahren, vor allem, wenn morgen schon die nächste Aktion wieder bevorsteht. Haute nichts zeitlich so hin, wie ich das gedacht und gehofft hatte. Aber es gab dann doch eine einfach zu handhabende Lösung: von Köln aus sollte mich der Weg aus der Lounge in den RE8 führen, mit dem ich am rechten Rheinufer flussaufwärts über Troisdorf, Bonn (nicht Hbf!), Linz und Neuwied nach Koblenz gefahren bin.

Diese Verbindung habe ich (trotz der grottigen Baureihe 425) mit voller Absicht gewählt. Denn diese RE-Linie fährt ab Neuwied nicht wie die VIA, mit der ich die restliche rechte Rheinstrecke abgefahren habe, ab Niederlahnstein über den Rhein in den linksrheinischen Koblenzer Hbf und danach wieder über eine Brücke ins rechtsrheinische Neuwied. Sondern von Neuwied aus führt die Linie noch über Engers bis vor die Tore von Niederlahnstein, schwenkt dann nach links, durch einen Tunnel durch und schon fährt man über die Brücke in den Koblenzer Hauptbahnhof. Genau dieses Stück zwischen Neuwied und dem Tunnel fehlte mir eben noch. Jetzt ist das auch vervollständigt ;-)

In Koblenz angekommen, durfte ich dann wieder einmal die Aktion bestaunen, wenn der IC nach Luxemburg dort Kopf macht und man mal wieder eine seltene Zweisystem-Lok der Alt-Baureihe 181 sieht, die an den ankommenden Schluss des Zuges gehängt wird. Mein weiterer Weg sollte mich am linken Rheinufer (diesmal flussabwärts) aber wieder nach Köln führen. Geplant war: den IC 2012 (von Oberstdorf aus dem Allgäu kommend!) zur Fahrt über Andernach, Remagen und Bonn (diesmal Hbf) nach Köln zu benutzen. Dort dann in den Bistrowagen setzen und bei einem guten Kaffee und einem Stück Kuchen oder ähnliches (nein, ich bekomme für diese Schleichwerbung kein Geld) die Fahrt über eine der schönsten Strecken Deutschlands zu genießen. Aber wie Murphy es so will: der Bistrowagen fehlte natürlich ausgerechnet heute.

Alternativlösung? Genau, ab zum Yorma’s, Kaffee und einen Johannisbeerstreuseltaler kaufen und eben so die Fahrt genießen. Man muss sich nur zu helfen wissen. Bezüglich Kaffee fand ich noch ein rüstiges Rentner-Ehepaar im Wagen lustig, die hinter mir saßen. Nachdem wir Koblenz verließen, wünschte der Zugführer per Durchsage eine angenehme Reise, worauf sie von hinten zu ihrem Mann sagte: “wie soll man denn eine angenehme Reise haben, wenn es keinen Kaffee gibt?!” Ich musste schmunzeln.

Nachdem wir vor Remagen auf der Fahrt 5 Minuten Verspätung aufbauten, sie aber hinter Bonn schon wieder aufgeholt hatten, trafen wir pünktlichst wie die Eisenbahn (*hust* :D) im Kölner Hbf ein. Einmal noch schnell in die Lounge dort, damit ich mein Handy und meinen Laptop mit etwas elektrischer Energie füttern und das Internet durchstöbern kann. Allerdings sitze ich hier so schön und der liebe Arno ist bereits wieder im ICE hier her unterwegs und ich werde zusteigen. Er ist gleich da, deswegen gibt es hier mal einen kleinen Cut, ich mach mich auf zum Zug und bin gleich wieder dabei, den Artikel zu vollenden. Bis gleich! (Für euch natürlich einfach nur der nächste Absatz, höhö, ich Scherzkeks^^)

So, hier ist der nächste Absatz, ich sitze im Zug, wir haben Köln Hbf über die schöne behängte Hohenzollernbrücke verlassen. Ich bin gespannt, was uns auf dieser Zugfahrt noch so alles erwartet. Der Zug ist so erstaunlich leer, da kann was nicht stimmen. Aber egal, wenn es was neues gibt, wird hier einfach editiert.

Adieu,
euer Benedikt!

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